Gurren Lagann a.k.a. wie sich Gainax selber neu erfindet.

a_tengentoppa_main.jpgWas ist nur aus Gainax geworden? Diese Frage musste man sich noch vor kurzem stellen, wenn es einen überhaupt noch interessiert hat. Ein Studio einst gefeiert für Klassiker wie Gunbuster, NGE und FLCL produzierte in der jüngeren Vergangenheit praktisch nur noch Müll. Wir erinnern uns alle nur ungern an überflüssigen Dreck wie This Ugly Yet Beautiful World und reine Fanserviceproduktionen ohne jeglichen Tiefgang oder Anspruch wie Mahoromatic oder He is My Master.

Doch all das änderte sich wieder schlagartig mit dem vor ca. zwei Monaten angelaufenem Tengen Toppa Gurren Lagann, als hätte jemand bei Gainax gesagt „Back to the roots“.

Ganz ehrlich, ich hatte bereits jegliche Hoffnung aufgegeben, dass Gainax sich nochmal fängt aber genug vom Studio. Nach Folge eins ist man erstmal ein bisschen unschlüssig. Klar, Yoko ist Fanservice pur, aber das alleine reißt heute auch keinen mehr vom Hocker. Und Kamina kommt einen auch als recht interessanter Charakter rüber, aber in Folge zwei scheint so langsam durch, dass wir es hier mit dem besten Anime der Saison zu tun haben.

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Dabei ist Gurren Lagann vom Genre her eigentlich dem Shonen-Mecha zuzuordnen. Wahrlich nichts was man nicht bereits hunderte Male gesehen hat und woran sich in erster Linie nur noch hartgesottene Fans dieses Genres erfreuen. Doch was macht den Reiz aus den dieser Anime ausstrahlt aus? Eine Menge. Angefangen beim Setting. Untergrundbewohner entdecken die Oberfläche eines von feindlichen Ganmen bewohnten Planeten und kämpfen um ihr Überleben und das wohl aller. Klingt abgedroschen, ist aber für einen Anime kreativ genug um nicht das bekannte „das kenn ich doch schon von woanders her…“Gefühl auszulösen. Ferner lebt Gurren Lagann von seinen tiefen Charakteren. Yoko und Simon mögen ein bisschen stereotyp sein, aber Nia und vor allem Kamina sind es keinesfalls. Vorsicht: Storyrelevante Spoiler im nächsten Absatz.

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Aber einen mindestens ebenso großen Anteil haben die Regie, der Einsatz von Musik und die Story. Auch wenn man nach ein paar Folgen weiß, was das Ziel der Truppe für den Rest des Animes ist, so sind Ereignisse wie der Tod von Kamina und vor allem wie er in Szene gesetzt wurde immer wieder Ereignisse die unerwartet und schlicht großartig sind. Während man sich anderswo mehr oder weniger Episode um Episode durch eine Serie quält und zwischendurch passiert kaum etwas bis zum Ende, so ist hier jede Folge vollgepackt mit guter Laune, Action und Handlung.

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Ich will hier beileibe kein Review schreiben, dafür gibt es andere Seiten. Aber Gurren Lagann zeigt einem wie man es richtig anstellt: Hohe Produktionskosten, ein fähiger Regisseur, facettenreiche Charaktere, ein guter OST und eine interessante Geschichte. Mehr braucht es nicht. Doch die meisten Animes bringen es wenn überhaupt nur auf ein bis zwei Punkte dieser Aufzählung. Schade. Aber umso mehr ragt Tengen Toppa Gurren Lagann über sie hinaus.

PS: Aber ich möchte nicht falsch verstanden werden. Gurren Lagann kann auch Leuten die sonst eher auf Seinen oder eher Moe-Kram stehen Freude bereiten. Für weibliche Animefans dürfte es trotzdem eher nichts sein. Dafür liegt der Fokus zu sehr auf Action und Fanservice.


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