Mushishi

Mushishi

Ich schaue mich gerade durch die letzten Folgen der zweiten Staffel Mushishi und bin immer noch fasziniert von dieser absolut einzigartigen Serie. Im Gegensatz zu so ziemlich sonst allem in Sachen Anime ist Mushishi gucken ungewohnt persönlich und emotional. Das Erzähltempo ist ruhig und mit jeder Folge lässt man sich ein auf eine neue ungewöhnliche und faszinierende Geschichte, die sich über den Verlauf der Folge weiter entwickelt und einen mitnimmt auf einer Fahrt mit ungewissen Ausgang. Währenddessen entfaltet sich häufig, auch dank des hervorragend passenden und stimmungsvollen Soundtracks, ein tiefes Gefühl der Melancholie.

Dabei ist Mushishi zugleich eine anspruchsvolle Serie. Man muss sich auf die Geschichte einlassen und sich ein Stück weit öffnen für das was passiert, auch da nicht jede Kleinigkeit ausgesprochen wird und man manche Gesten deuten oder Handlungen interpretieren muss. Das bedeutet aber auch, dass man Mushishi nicht in jeder Gefühlslage gucken kann oder sollte.

Es ist bezeichnend, dass eine Serie die von so fremden Dingen wie dem Übernatürlichen erzählt, zu einer vollkommen anderen Zeit spielt und in einer anderen Kultur angesiedelt ist, einen so in seinen Bann ziehen kann und nicht mehr loslässt. Man könnte fast vermuten, dass ein Mushi dahinter steckt.

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Tales of Xillia 2 – Ein JRPG mit vielen Problemen

Vorab sei kurz erwähnt, dass ich nachfolgend nur meine persönliche Meinung zu Tales of Xillia 2 wiedergebe und dabei keinen Anspruch an eine objektive Darstellung wie etwa bei einem Test stelle. Und es sollte noch erwähnt sein, dass ich mit meinen sechs durchgespielten Titeln eher ein Glegenheitsspieler bin was Tales of angeht.

Positiv:

Gefallen haben mir die zahlreichen spielbaren Charaktere. Auch wenn sie alle mehr oder weniger einen Stereotyp widerspiegeln, so spricht nichts dagegen wenn dies wie hier gut umgesetzt ist und einem die einzelnen Figuren ans Herz wachsen. Daran haben auch wieder die sehr unterhaltsamen und bekannten Skits und die neuen Charakterepisoden beigetragen, von denen einige wirklich lustig oder interessant waren, wie die von Jude und Muzet, und zusammen mit dem Affinitätssystem eine willkommene Neuerung darstellen.

Größte Stärke des Spiels dürfte das Kampfsystem sein was sehr schnell, dynamisch, abwechslungsreich und zudem noch tief ist. So habe ich es auch nur zu einem gewissen Grad durchdrungen, aber im Overlimit die Linkpartner wechseln, ein Mystic Arte beschwören und direkt danach zu transformieren, das macht richtig Spaß! Sowieso fand ich die beste Neuerung am Kampfsystem die Transformation von Ludger die sich im Laufe des Spiels immer weiter entwickelt und vor allem bei Bosskämpfen richtig eingesetzt sehr effektiv sein kann. Und von denen gibt es dank zahlricher optionaler Elitemonster die man erledigen kann mehr als genug.

Die Ladezeiten und Schnellreisefunktion von Tales of Xillia 2 sind hervorragend.

Neutral:

Die englische Synchro von Xillia 2 ist sehr größtenteils akzeptabel, mit positiven und negativen Ausnahmen. Ihre Sache richtig gut machen Alvin, Gaius und Rowen. Von ganz ok bis gerade noch akzeptabel sind mit Leia, Elle, Jude und Elize (in dieser Reihenfolge) die Leistungen der meisten Sprecher im Mittelfeld. Muzet hat ab und zu Skits und Cutscenes die ganz ok sind, aber teilweise auch Totalausfälle. Minae Noji in der Rolle von Milla ist hingegen eine totale Fehlbesetzung und reißt einen stellenweise komplett aus dem Geschehen raus. Nicht gut in einem Rollenspiel.

Mit dem Allium Orb für die Fähigkeiten, den verschiedenen Sorten Quests die es am Rande zu erledigen gibt und den Katzen die man losschicken kann um Items zu sammeln gibt es eine ganze Menge zu Micromanagen, was einerseits unterhaltsam ist, andererseits aber auch viel Zeit verschlingen kann.

Ein Aspekt des Kampfsystems der sowohl positiv als auch negativ zugleich ist sind die Element- und Waffenschwächen und -resistenzen der Gegner. Einerseits wird hier überlegtes Spielen belohnt, andererseits hat so für mich der Grund gefehlt mit jemand anderem als Ludger zu spielen, da dieser als einziger über alle drei Waffenarten verfügt und so, durch Wahl der richtigen Waffe, für jeden Gegner optimal gewappnet ist.

Häufig hat man bei dem was Ludger als nächstes sagen soll eine von zwei vorgegebenen Antworten oder Bemerkungen auswählen und bekommt es angezeigt wenn ein anderer Charakter diese Antwort gut fand was zugleich die Affinität zu diesem Charakter steigert. Ein Stück weit ist dieses System gelungen und auch nicht immer gibt es bei einer Entscheidung eine Antwort die überhaupt eine Auswirkung hat, aber ich fand dass das Spiel häufig bestimmte Antworten von einem erwartet weil man sonst überhaupt keine Affinität mit einem der Charaktere steigert und es ist nicht immer wirklich klar welches wohl nun gerade der Satz sein mag den das Gegenüber nun vermeintlich gerade gerne hören würde.

Negativ:

Tales of Xillia 2 wird enorm von den zu 90% recycleten Gebieten aus dem ersten Teil zurückgehalten. Viel schlimmer wird das ganze noch dadurch, dass man aufgrund der Splitterdimensionen und der optionalen Quests diese Gebiete im Verlauf des Spiels wiederholt aufsucht. Das wäre alles bei weitem nicht so schlimm würden die Gebiete nicht alle ausnahmslos so leer und fade wirken und nur aus einer handvoll verwaschener Texturen bestehen. Ernsthaft: Ich will nie wieder einen Fuß in Rieze-Maxia oder Elympios setzen müssen.

Auch nahezu der komplette Soundtrack, bis auf eine handvoll von Tracks, sorgt nicht dafür dass man irgendwo länger verweilen möchte als man unbedingt muss, um es mal so auszudrücken. Auch unschön in dem Zusammenhang ist dass der Ton insgesamt schlecht abgemischt ist und viele Samples zu oft benutzt werden. So wird in fast jeder Stadt unentwegt lautstark frisches Hammelfleisch angepriesen und derart laut im Hintergrund geredet, dass man sich kaum noch denken hören kann. Hingegen fehlt in vielen Zwischensequenzen an manchen Stellen jegliche akustische Untermalung, sei es Hintergrundmusik oder Soundeffekte, was wenn gerade mal kein Charakter redet zu sehr unnatürlich ruhigen Momenten führt.

Zur Handlung. Diese kommt erst in der zweiten Hälfte des Spiels in fahrt und insgesamt passiert eine ganze Menge an Dingen die keinen Sinn ergeben, was bei einem Spiel von über 50 Stunden, bei dem es um die Handlung geht eher ein großes Problem darstellt. Und sowieso springen die Powerlevel einzelner Charaktere auf Dragonball Z Niveau hoch und runter, bis in den Bereich der Absurdität. Alles was irgendwie mit Politik, den zwischenstaatlichen Beziehungen oder den Beziehungen der Amtsträger zueinander zu tun hat, kann man einfach kein Stück weit ernst nehmen. Das macht auch die Nebenepisoden von Elize und Rowen kaputt.

Die Schulden die man Anfang des Spiels bekommt als treibendes Handlungselement sind zwar prinzipiell eine nette Idee, dass sie dann aber fast nur noch benutzt werden um Gebiete abzusperren, Spieler zu Nebenquests zu drängen und teilweise im Sekundentakt(!) mit der Tilgung zu nerven wieder weniger. Zum Glück gibt es keine Zinsen.

Zu den Quests lässt sich noch sagen, dass wenn es nur die roten (etwas spezieller, endliche Anzahl, normalerweise besondere Belohnungen) gegeben hätte, ich sie unter positiv geführt hätte, da aber zusätzlich endlos viele stumpfe Fetchquests generiert werden und man wieder durch die eintönigen Gebiete zum grinden läuft, macht das ganze recht schnell keinen Spaß mehr.

Auch schwer verständlich wie bei Bandai Namco keinem bei dem Vorschlag in einem Rollenspiel in dem die Charaktere bei jeder Gelegenheit wie in Kämpfen, in Zwischensequenzen, in Skits und beim Geplänkel reden, Zweifel gekommen sind, ob es eine gute Idee ist dem Hauptcharakter keine Stimme zu geben. Die Anzahl an Momenten in denen Ludger etwas gesagt oder gefragt wird und er nur ein „gnnnnh“ von sich gibt ist deprimierend hoch.

Als letztes noch ein Wort zu den Zwischensequenzen. Leider leiden diese häufig unter einer Kombination von schlechter Regie, schlechtem Schnitt, unvorteilhafter Kameraführung, der Story, den angesprochenen Problemen beim Ton und dann vielleicht noch der Synchro. Selbst wenn man bei einem Tales of keine Produktion auf Hollywoodniveau erwarten kann, besser als das gelieferte aber doch allemal. Da sind die Skits weitaus besser dran, da hier höchstens die englische Snychro (Milla oder Muzet) in den Weg kommen können.

Ein 2013 erschienenes Spiel und keine es gibt keine optionale japanische Synchro.

tl;dr

Charaktere und Kampfsystem gut. Das Antwortwahlsystem und die Synchro bis auf zwei Ausnahmen ok. Handlung, Soundtrack, Gebiete, Quests und mehr enttäuschend. Meine Sicht der Dinge. Lieber Graces f/Vesperia spielen. Oder gleich Xenoblade Chronicles.