Ersteindruck Tales of Zestiria

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Ich bin mit Tales of Zestiria noch nicht so recht warm geworden, was an vielen Dingen liegt. Auf der technischen Seite haben wir ein Spiel mit Grafik auf PS3 Niveau was sich deutlich durch verwaschenene Texturen und einen niedrigen geometrischen Detailgrad bemerkbar macht. Dazu läuft das Spiel auch auf der PS4 nur mit 30 fps wie Bandai Namco immerhin vorab bekannt gegeben hat. Während dies alles zu erwarten war, da es sich um einen einfachen PS3 Port handelt, so ist trotzdem unverständlich wieso das anisotropic filtering so schlecht ist und auch andauernd Pop-Ups deutlich nerven. Beides Dinge die sehr einfach zu ändern und keinerlei Problem für die PS4 gewesen wären. Überdies auch absolut unverständlich warum das Spiel nur circa 12,5 Gb groß ist, was leider dazu führt dass Zwischensequenzen schlecht komprimiert sind und in gesprochenen Dialogen, z.B. in Skits, andauernd Kompressionsartefakte hörbar sind. Es bleiben immerhin die höhere Auflösung und die (wahrscheinlich) kürzeren Ladezeiten als Vorteil gegenüber der PS3 Version.

Am Kampfsystem gefällt mir die Anlehnung an Graces f was den Aufbau von Kriegsartekombos angeht und das Partnern mit den Seraphin. Zwei Dinge stören jedoch extrem: Zum einen kommen selbst nach Stunden noch fast nach oder zwischen jedem Kampf neue Tutorialtexte die Spielmechaniken erläutern oder einführen und zum anderen ist das kombinierte Ausrüstungs- und Fertigkeitensystem so kompliziert dass ich es immer noch nicht auch nur halb verstanden hätte. Das führt beides dazu, dass ich mich im Kampf- und Fertigkeitssystem abseits von normalen Artekombos vollkommen verloren fühle und Kämpfe unnötig schwer werden. Und bei jedem anderen Spiel würde ich das als meine Unzulänglichkeit auf meine Kappe nehmen – hier ganz klar nicht.

Zu den Charakteren und der Handlung kann ich noch nicht so viel sagen, aber die Story scheint sich soweit erstmal wie business as usual zu entfalten und was die Charaktere angeht bleiben soweit alle bis auf Alisha und Edna ehrlich gesagt ziemlich blass. Und erstere soll, wie man ja aus der ganzen Aufregung in Japan mitbekommen haben dürfte, bald die Party verlassen und zweitere ist mir ehrlich gesagt ein bisschen zu zynisch. Aber gut, da spielt der persönliche Geschmack viel rein.

Was den Soundtrack angeht kann ich Sakurabas ewiggleiches Gedudel bald nicht mehr hören, dafür freu ich jedes mal umso mehr wenn in Schlüsselszenen Go Shiina endlich Balsam auf die Ohren streicht. Was die Wahl der japanischen Seiyuus und ihre Performance angeht so passt hier alles, oh Wunder, wie die Faust aufs Auge.

Soweit bietet mir Zestiria wenig: Alisha, Aspekte des Kampfsystems aus Graces f und sporadisch Musik von Go Shiina sind nicht genug für ein Rollenspiel mit über 50 Stunden Spielzeit. Ich hoffe dass Rose als Charakter noch eine Bereicherung darstellen wird und ich vielleicht noch ein oder zwei Facetten des Kampfsystems zusätzlich verstehe und verinnerliche, aber nach Xillia 2 und diesem ersten Eindruck stellt sich mir langsam die Frage ob Tales of und ich nicht so langsam getrennte Wege gehen sollten. Nicht nur dass ich hier noch wohl bessere Spiele wie The Witcher 3 rumliegen habe, sondern die Serie ist inzwischen auch leider einfach Meilenweit von einem Vesperia entfernt.

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