Star Ocean 5 – oder: Warum JRPGs am Aussterben sind

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Beispielhaftes Star Ocean 5 Erlebnis:
Speicherpunkt
Unüberspringbare Zwischensequenz
Kampf ohne Heilercharakter
Lange unüberspringbare Zwischensequenz
Kampf
Boss, der mit einem Angriff die halbe Gruppe inklusive Heiler tötet
Wieder beim Speicherpunkt anfangen. Und wieder. Und wieder.

Das macht keinen Spaß. Willkommen bei Star Ocean: Integrity and Faithlessness.

Gamedesign

Star Ocean 5 ist ein Paradebeispiel dafür wieso die westliche Videospielbranche Japan inzwischen abgehängt hat. Das fängt bei Erlebnissen wie dem oben geschilderten an. Änderbarer Schwierigkeitsgrad? Fehlanzeige. Speicherpunkte direkt vor Bossen? Manchmal. Überspringbare Zwischensequenzen? Genau so wenig wie zur PS 1 Ära.

Aber damit hören die designtechnischen Mängel des Spiels keinesfalls auf. Die -lieblosen- Nebenquests nimmt man beispielsweise an vier verschiedenen Stellen an. Und muss nachdem man zum x-ten mal durch die gleichen, trostlosen Gebiete gerannt ist um das eine spezielle Monster zu finden und erledigen auch artig zurück in alle Städte um an den richtigen Tafeln die richtigen Quests einzulösen. Dafür gibt es ein Schnellreisesystem. Also manchmal. Genauer: Eher selten und nur wenn dem Spiel gerade danach ist. Damit kann man dann, wenn man an allen 4 Orten Quests einlösen will zu den Städten. Aber nur mit je zwei Zwischenstopps.

So kommt man, wenn man vom aktuellen Standpunkt aus zu allen 4 Orten wo man Quests erhält und wieder zurück will auf deutlich über 10 Gebietswechsel und damit über 10 mal laden. Aber nur wenn das Schnellreisesystem gerade mal funktioniert. Sonst, ja sonst, kann man wortwörtlich noch mal durch die halbe Spielwelt rennen.

Es gibt noch zahllose weitere Designprobleme: Die zappelige Kamera, die interaktiven Zwischensequenzen die jegliche Immersion nehmen, die zahllosen und teils nutzlosen Itemupgradesysteme, etc. pp.

Story, Charaktere, Grafik und Soundtrack

Aber all diese Probleme des Gamedesigns ließen sich deutlich leichter ertragen wenn die eigentlichen Kernpunkte des Spiels wie Gameplay, Soundtrack, Grafik, Handlung und Charaktere das Spiel zusammenhalten würden. Ja, wenn das nur so wäre.

Sakuraba liefert wieder einen absolut uninspirierten Soundtrack ab, der sich teilweise eins zu eins nach dem Tales of Xillia Gedudel anhört. Auch die Landschaften wecken Erinnerungen an Tales of, da sie ähnlich karg, trist und öde sind. Man könnte sich darüber streiten ob es etwas mehr geometrische Details, leicht höher aufgelöste Texturen und mehr Gras gibt, aber dennoch ist man nicht nur von einem Witcher 3 oder Dragon Age: Inquisition, sondern auch von einem Xenoblade Chronicles oder Ni no Kuni meilenweit entfernt.

Über die Handlung oder die Charaktere hegt man am besten Stillschweigen. Nur so viel: Ohne diese beiden Aspekte kann man natürlich kein Rollenspiel machen, aber das Spiel wäre ein besseres gewesen. Das einzig positive sind die 2D Artworks von akiman und Fiores 3D-Modell.

Vielleicht sollten JRPG’s doch besser sterben

Ich bin nach dem Spielen von Star Ocean 5 in mich gegangen und habe mich gefragt ob mir an dem Spiel irgendetwas gut, sehr gut oder wirklich super gefallen hat – und da war nichts. Und abgesehen von der Grafik, den Charaktermodellen und dem Kampfsystem ist der Rest nicht mal durchschnittlich sondern schlicht schlecht.

Wenn dass wirklich der Stand von JRPG’s in 2016 ist bin selbst ich als Fan versucht zu sagen: Vielleicht reicht es jetzt wirklich. Lasst dieses einst illustre und traumhafte Genre in Würde sterben. Aber ich hoffe dass uns Final Fantasy XV und Persona 5 zeigen werden, dass JRPG’s auch heute noch modern sein und Spaß machen können. Das wäre in der Tat ein Twist, eines JRPG’s würdig.

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Ein Gedanke zu „Star Ocean 5 – oder: Warum JRPGs am Aussterben sind

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