Re Zero 21

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Re Zero: Keine Zeit für Openings. Oder Enings

Re Zero Folge 21. Was für eine Folge. Wieder einmal. Aber warum eigentlich? Ist das wirklich nur die Qualität der Vorlage die tausende von Animefans wöchentlich kollektiv aufschreien lässt weil sie sich wieder eine Woche bis zur nächsten Folge gedulden müssen? Liegt es wirklich an Subarus sympathischen Charakter und dem unverbrauchte „Andere Welt“ Setting?

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Star Ocean 5 – oder: Warum JRPGs am Aussterben sind

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Beispielhaftes Star Ocean 5 Erlebnis:
Speicherpunkt
Unüberspringbare Zwischensequenz
Kampf ohne Heilercharakter
Lange unüberspringbare Zwischensequenz
Kampf
Boss, der mit einem Angriff die halbe Gruppe inklusive Heiler tötet
Wieder beim Speicherpunkt anfangen. Und wieder. Und wieder.

Das macht keinen Spaß. Willkommen bei Star Ocean: Integrity and Faithlessness. Weiterlesen

Ersteindruck Digimon Story: Cyber Sleuth

dscs.jpgAm Wochenende habe ich mit Digimon Story: Cyber Sleuth auf der PS4 angefangen und die ersten zehn Stunden gespielt. Hier meine Eindrücke in Kurzform:

Positiv gefallen haben mir alle Charakterdesigns (wirklich sehr gut), das Gameplay das an Persona 4 erinnert, die möglichen Nebenbeschäftigungen (Digimons auf Insel trainieren lassen, Nebenmissionen, etc.) und der große Abwechslungsreichtum von Erkunden in der realen Welt, Dungeons, Onlineräume und Storysequenzen.

Neutral sehe ich Dinge wie die kurzen Ladezeiten, die aber sehr häufig vorkommen. Oder der Soundtrack, der häufig unauffällig bis gut, aber in den Dungeons teilweise fürchterlich ist. Nicht zu vergessen das Kampfsystem, das interessant ist dank mehrerer Ebenen Stein, Schere und Papier-Logik, was aber für normale Gegner quasi egal ist und bei Bossen zu absolut 100% erforderlich was die Digimonauswahl in der eigenen Party angeht.

Negativ ist vor allem dass sich das ganze Spiel gestreckt anfühlt. Das fängt an bei permanenten und exzessivem Gerede über wirklich alles und geht hin bis zu, und das ist wirklich das allernervigste, dem wiederholten Besuchen von Dungeons. Ich kann gar nicht sagen wie häufig ich in meiner Spielzeit bisher alleine in Kowloon war, was zudem auch noch megatrist aussieht, nur um Hacker, Gegenstände oder Infos für Nebenmissionen und die Story zu finden. Urgh.

Soweit handelt es sich eigentlich um ein solides Spiel, dem man seine Vitaherkunnft zwar überall ansieht (kleine Gebiete, einfache Grafik, häufiges Laden), dessen größtes Problem aber die geringe Wertschätzung der Zeit des Spielers, durch andauerndes und eintöniges Backtracking, ist.

Nintendo, Lokalisierungen und Zensur

2012/2013 war die Welt noch eine andere, eine bessere. Nintendo war mir so sympathisch wie seit meiner Kindheit nicht mehr. Und warum auch nicht. Zuerst haben sie auf Fanrufe gehört und Xenoblade Chronicles, mit dem schon keiner mehr gerechnet hatte, lokalisiert. Ein super Spiel mit hervorragender englischer Synchronisation und optionaler japanischer Sprachausgabe. Nintendo ist cool!

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Dann: Fire Emblem: Awakening kommt in den Westen. Dual-Audio! Und bis auf eine einzige Sprechbox in Europa unzensiert. Nintendo ist super!!

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Und dann, ja dann, kündigt Nintendo auch noch Bravely Default an, ein klassisches JRPG von dem man schon viel positives gehört hat, Musik von Revo bietet, mit dual-audio erscheint und das Square Enix sich nicht getraut hat rüberzubringen. Nintendo ist spitze!!!

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Auch wenn sich im Nachhinein herausgestellt hat, dass zwei Kostüme editiert wurden, blieben Dinge wie die Rotmagier Nebenquest unangetastet.

2012/2013 war Nintendo zusammen mit Xseed einer meiner absoluten Lieblingspublisher. Und aus gutem Grund: Spitzenspiele, allesamt lokalisiert, alle mit dual-audio und nahezu unzensiert. Nintendo ist Liebe!!!!

3 JAHRE SPÄTER

Mit Xenoblade Chronicles X, Fire Emblem: Fates und Bravely Second stehen dieses Jahr die Fortsetzungen dieser drei großartigen Spiele an oder sind gerade erschienen. Eigentlich Grund zur Freude, aber in 2015 zeichnete sich bereits zur Veröffentlichung von Fatal Frame: Maiden of Black Water durch Nintendo ab, was uns später noch erwarten sollte.

Denn immerhin handelt es sich bei Fatal Frame 5 um ein Horrorspiel für Erwachsene mit PEGI- und USK-Freigaben ab 18 Jahren. Und trotzdem hat Nintendo Kostüme entfernt und Zwischensequenzen geändert. Nicht cool Nintendo!

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Für Nintendo schlimmer als jeder Horror, trotz Freigabe ab 18

Als nächstes erschien im Dezember 2015 Xenoblade Chronicles X und im Gegensatz zum Vorgänger hat Nintendo geschnitten und zensiert wo es nur ging: Kein dual-audio mehr, Schnitte bei der Charaktererstellung, dutzenden von (!) Kostümen, Dialogen und alles was man sich noch vorstellen kann. Das geht gar nicht Nintendo!!

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Im Westen gibt es wie im echten Leben nur eine Brustgöße

Fire Emblem: Fates erscheint bald in Nordamerika und die meisten Newsstories zum Spiel drehen sich um all die Dinge die zensiert wurden. So fehlt die japanische Sprachausgabe, Teile der Handlung werden umgeschrieben, Charaktere geändert, Gameplay entfernt, etc. pp. Echt bescheiden Nintendo!!!

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Sie sehen: Eindeutig pornographischer Inhalt der zensiert werden musste

Und auch Bravely Default erhält mit Bravely Second einen heiß erwarteten Nachfolger. Nur begnügt man sich diesmal nicht damit ein paar Kostüme zu ändern, man ändert gleich die ganze Ethnizität mit! Und uns werden auf jeden Fall mehr noch unbekannte Zensure erwarten. Derzeit geht man davon aus, dass es auch hier wieder kein dual-audio geben wird [Update: In einem aktuellen Trailer steht, wider Erwarten, dass das Spiel auch über die japanische Sprachausgabe verfügen wird]. Unterste Schublade Nintendo!!!!

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Indianer durch Cowboys zu ersetzen – Kulturell sehr sensibel und absolut notwendig!

Früher war alles besser

Binnen drei Jahren hat Nintendo eine volle Kehrtwende hingelegt. Verfügten früher alle Spiele über die japanische Sprachausgabe und waren, bis auf höchstens mal ein bis zwei angepasste Kostüme, identisch zur Originalversion, so setzt man heute die Zensurschere an jeder Ecke an, egal ob Sprachausgabe, Handlung, Charaktere oder Kostüme – nichts ist heilig, alles steht zur Disposition.

Am schlimmsten ist, dass Nintendo die eigenen Spiele nicht als Kunst ansieht, die Visionen der Schöpfer egal sind und sich für die eigenen erwachsenen Spieler nicht interessiert. Denn wäre irgendwas davon der Fall, würden wir so eine ausufernde und unverhältnismäßige Selbstzensur nicht erleben.

Ich ziehe meine Konsequenzen daraus und werde den Fehler den ich mit Xenoblade Chronicles X begangen habe – und das immer noch originalverpackt bei mir in der Ecke liegt – nicht wiederholen und diesen Zensurwahnsinn boykottieren. Denn drei Jahre später muss ich leider sagen: Du bist das letzte Nintendo!!!!

the end

Gedanken zum Ende von Subete ga F

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Spoiler zum Ende von Subete ga F ni Naru

Ich war ehrlich gesagt enttäuscht vom Ende der Serie. Fand ich die Überraschung in der Folge zuvor über die Tochter von der man nichts wusste noch ziemlich gelungen hat das Ende für mich nicht sonderlich viel Sinn ergeben.

Da ist zum einen „Subeta ga F“, aka „Alles wird F“. Ein Hinweis auf einen Integer-Overflow in einem selbst geschriebenen Betriebssystem. Zum einen nicht sonderlich relevant, zum anderen machte das dramaturgisch äußerst ungeschickt noch eine Nachhilfe in Informatik notwendig.

Aber die eigentliche Krux die ich mit dem Ende hatte ist das Motiv für den ersten Mord und die Planänderung. Selbst wenn man zugunsten der Serie die abnormale und schon psychopathisch anmutende Denkweise von Shiki und die unabschätzbaren Folgen auf die Psyche ihrer Tochter durch das Aufwachsen in vollkommener Isolation mit der Mutter nur innerhalb einer kleinen Wohnung berücksichtigt, hätte man den ursprünglichen Plan noch irgendwie rechtfertigen können. Shiki entledigt sich mittels ihrer Tochter von ihrem Onkel und beendet auf die gleiche Weise ihr Leben. Es bleibt ihre Tochter – Ende.

Aber durch Moe’s Gespräch mit Shikis Tochter fängt diese an über sich und alles andere Gedanken zu machen und nicht mehr blind ihrer Mutter zu gehorchen, also „frei“ zu sein. Und da ihre Tochter ihr nun nicht mehr gehorcht wechselt Shiki den Platz mit ihr und bringt sie um statt von ihr umgebracht zu werden. So geschehen, aber warum?

War nicht der Hauptgrund aus dem Shiki ihre eigenen Eltern umgebracht hat, dass sie es für unverzeihlich gefunden hätte ihre Tochter nicht zur Welt bringen zu dürfen? Und eben diese Tochter bringt sie Jahrzehnte später um, nur um den Mann umzubringen den sie liebt und dazu noch hätte zu Anfang gleich zusammen mit ihren Eltern umbringen können?

Und was mit Shikis Tochter nach ihrem Sinneswandel passiert ist wurde bis auf das Endresultat auch nie geklärt, sondern nur vage in den Raum gestellt, dass sie sich nach Freiheit gesehnt hätte. Aber wäre sie beim ursprünglichen Plan nach dem Mord an ihrem Vater nicht sowieso frei gewesen? Und selbst wenn sie das bereits als Zwang empfunden hätte, warum hat sie nicht das Gefängnis verlassen, es galt immerhin nur ihrer Mutter? Jedenfalls erscheint es mir mehr als fragwürdig ob sie den Tod freiwillig gewählt hätte, wie angedeutet, nachdem sie sich anscheinend aus den Fängen ihrer Mutter befreien wollte. Ein Umstand der spätestens hier Shiki zur Psychopathin machen würde.

Und zuletzt: Ganz egal wie jung Shiki ihre Tochter bekommen hat, keiner kann obgleich fehlender Gliedmaße und Schminke den Unterschied zwischen einer ca. 30 und einer ca. 15 Jährigen erkennen? Von DNA-Tests gar nicht erst zu reden.

Der Bogen von „Hey, bring deinen Vater und mich um“ – „ok“ hin zu „ich tu es doch nicht“ – „ok dann bring ich eben dich und deinen Vater um“ war mir auf jeden Fall zu weit und vor allem nicht nachvollziehbar gespannt. Bleibt mein übliches Fazit für solche Fälle: Schade.

Kurzfazit Soukyuu no Fafner

Insgesamt hatte ich meinen Spaß mit Soukyuu no Fafner. Zwar sieht man dem Anime sein Alter von über zehn Jahren nicht nur am 4:3 Seitenverhältnis deutlich an, aber zugleich bringt das auch einige Vorteile mit sich wie größtenteils handgezeichnete Mechaanimationen, nicht über-moefizierte Charakterdesigns und eine Endzeit-Mechaserie über 26 Folgen mit einer Regie und einem Verlauf der Handlung wie es sie heute praktisch nicht mehr gibt. In kauf nehmen muss man dafür gelegentlich für HD-Verhältnisse arg detailarme und grobe Szenen und häufig einfachere Hintergründe.

Von der Handlung leiht sich Fafner viele Elemente von Evangelion was so weit geht dass selbst die Kampfmusik fast gleich klingt. Auch bei Infinite Ryvius und anderen Serien werden Elemente entliehen. Trotzdem, auch mit einer vielversprechenden Prämisse und einem guten Anfang fand ich die erste Hältfe der Serie eher schwach von der Handlung und den Charakteren her, was zusammen mit den angesprochenen detailarmen Zeichnungen häufig fade wirkt. Zum Glück zieht die Handlung in der zweiten Hälfte spürbar an und auch die Haupt- und Nebencharaktere werden interessanter und sympathischer.

Nach dem letzten Kampf wird versucht alles in der Dauer der Credits zu Ende zu bringen, hier hoffe ich dass der Film oder spätestens das aktuelle Sequel dem ganzen so etwas wie einen befriedigenden Epilog verpasst. Bis dahin heißt es: Anata wa soko ni imasu ka?

Mushishi

Mushishi

Ich schaue mich gerade durch die letzten Folgen der zweiten Staffel Mushishi und bin immer noch fasziniert von dieser absolut einzigartigen Serie. Im Gegensatz zu so ziemlich sonst allem in Sachen Anime ist Mushishi gucken ungewohnt persönlich und emotional. Das Erzähltempo ist ruhig und mit jeder Folge lässt man sich ein auf eine neue ungewöhnliche und faszinierende Geschichte, die sich über den Verlauf der Folge weiter entwickelt und einen mitnimmt auf einer Fahrt mit ungewissen Ausgang. Währenddessen entfaltet sich häufig, auch dank des hervorragend passenden und stimmungsvollen Soundtracks, ein tiefes Gefühl der Melancholie.

Dabei ist Mushishi zugleich eine anspruchsvolle Serie. Man muss sich auf die Geschichte einlassen und sich ein Stück weit öffnen für das was passiert, auch da nicht jede Kleinigkeit ausgesprochen wird und man manche Gesten deuten oder Handlungen interpretieren muss. Das bedeutet aber auch, dass man Mushishi nicht in jeder Gefühlslage gucken kann oder sollte.

Es ist bezeichnend, dass eine Serie die von so fremden Dingen wie dem Übernatürlichen erzählt, zu einer vollkommen anderen Zeit spielt und in einer anderen Kultur angesiedelt ist, einen so in seinen Bann ziehen kann und nicht mehr loslässt. Man könnte fast vermuten, dass ein Mushi dahinter steckt.