Nintendo Switch

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Ich habe meine Vorbehalte was Nintendo angeht in Sachen Zensur, Dual-audio, etc. aber habe versucht der Switch gegenüber offen und nicht voreingenommen zu sein. Ein paar Tage nach dem Enthüllungsevent macht sich bei mir aber leider trotzdem Enttäuschung breit. 330 Euro für ein System was in seinem leistungsvolleren Modus unwesentlich besser als die Wii U ist. Dazu kommen 70€ für einen Procontroller oder 30 bis 40€ für einen Griff um die Joycons zusammen, während des Spielens und ohne sie immer abnehmen zu müssen, zu laden. Plus über 50€ für eine SD Speicherkarte oder externe Festplatte da quasi kein interner Speicher vorhanden ist. Das sind knapp 500€, ohne ein einziges Spiel, für eine Heimkonsole mit etwas besserer Wii U Grafik. Happig.

Aber, aber, werden einige jetzt denken, der Gag an der Switch ist doch dass man sie auch als portable Konsole nutzen kann. Und würde Nintendo die Switch als Wii U und 3DS Nachfolger positionieren würde ich auch zustimmen. Aber man muss sehr auf Nintendos offizielle Kommunikation achten. Immer ist die Rede davon dass der 3DS weiterhin weiter bestehen wird. Auch wurde gesagt dass dafür noch zahlreiche neue Titel erscheinen die bisher nicht mal angekündigt sind. Und, vielleicht am entscheidensten, Nintendo wird nicht müde zu betonen die Switch sei eine Heimkonsole die man „auch“ unterwegs nutzen kann, aber keine portable Konsole!

Nutzt man die Switch primär zuhause zahlt man sehr viel Geld für eine Wii U Pro. Will man sie hauptsächlich unterwegs nutzen zahlt man das Dock mit und bekommt (Spekulation) viele dieser neuen 3DS-Titel die noch erscheinen nicht dafür. Oder es erscheint gleich ein 4DS. Möchte man allerdings tatsächlich unterwegs und zuhause spielen bietet die Switch einen echten Mehrwert.

Nicht alles ist schlecht: Interessantes Konzept, kein region-lock mehr, hervorragende Nintendo First-party Titel und endlich die Möglichkeit Nintendospiele unterwegs in einer akzeptablen Qualität zu spielen. Doch ist das in der Summe genug bei all dem was dagegen spricht den Switch zu tun?

Für mich, selbst wenn die Zensur- und Dual-Audiofrage geklärt wäre, vor einem deutlichen Preisverfall nicht.

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Nintendo, Lokalisierungen und Zensur

2012/2013 war die Welt noch eine andere, eine bessere. Nintendo war mir so sympathisch wie seit meiner Kindheit nicht mehr. Und warum auch nicht. Zuerst haben sie auf Fanrufe gehört und Xenoblade Chronicles, mit dem schon keiner mehr gerechnet hatte, lokalisiert. Ein super Spiel mit hervorragender englischer Synchronisation und optionaler japanischer Sprachausgabe. Nintendo ist cool!

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Dann: Fire Emblem: Awakening kommt in den Westen. Dual-Audio! Und bis auf eine einzige Sprechbox in Europa unzensiert. Nintendo ist super!!

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Und dann, ja dann, kündigt Nintendo auch noch Bravely Default an, ein klassisches JRPG von dem man schon viel positives gehört hat, Musik von Revo bietet, mit dual-audio erscheint und das Square Enix sich nicht getraut hat rüberzubringen. Nintendo ist spitze!!!

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Auch wenn sich im Nachhinein herausgestellt hat, dass zwei Kostüme editiert wurden, blieben Dinge wie die Rotmagier Nebenquest unangetastet.

2012/2013 war Nintendo zusammen mit Xseed einer meiner absoluten Lieblingspublisher. Und aus gutem Grund: Spitzenspiele, allesamt lokalisiert, alle mit dual-audio und nahezu unzensiert. Nintendo ist Liebe!!!!

3 JAHRE SPÄTER

Mit Xenoblade Chronicles X, Fire Emblem: Fates und Bravely Second stehen dieses Jahr die Fortsetzungen dieser drei großartigen Spiele an oder sind gerade erschienen. Eigentlich Grund zur Freude, aber in 2015 zeichnete sich bereits zur Veröffentlichung von Fatal Frame: Maiden of Black Water durch Nintendo ab, was uns später noch erwarten sollte.

Denn immerhin handelt es sich bei Fatal Frame 5 um ein Horrorspiel für Erwachsene mit PEGI- und USK-Freigaben ab 18 Jahren. Und trotzdem hat Nintendo Kostüme entfernt und Zwischensequenzen geändert. Nicht cool Nintendo!

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Für Nintendo schlimmer als jeder Horror, trotz Freigabe ab 18

Als nächstes erschien im Dezember 2015 Xenoblade Chronicles X und im Gegensatz zum Vorgänger hat Nintendo geschnitten und zensiert wo es nur ging: Kein dual-audio mehr, Schnitte bei der Charaktererstellung, dutzenden von (!) Kostümen, Dialogen und alles was man sich noch vorstellen kann. Das geht gar nicht Nintendo!!

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Im Westen gibt es wie im echten Leben nur eine Brustgöße

Fire Emblem: Fates erscheint bald in Nordamerika und die meisten Newsstories zum Spiel drehen sich um all die Dinge die zensiert wurden. So fehlt die japanische Sprachausgabe, Teile der Handlung werden umgeschrieben, Charaktere geändert, Gameplay entfernt, etc. pp. Echt bescheiden Nintendo!!!

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Sie sehen: Eindeutig pornographischer Inhalt der zensiert werden musste

Und auch Bravely Default erhält mit Bravely Second einen heiß erwarteten Nachfolger. Nur begnügt man sich diesmal nicht damit ein paar Kostüme zu ändern, man ändert gleich die ganze Ethnizität mit! Und uns werden auf jeden Fall mehr noch unbekannte Zensure erwarten. Derzeit geht man davon aus, dass es auch hier wieder kein dual-audio geben wird [Update: In einem aktuellen Trailer steht, wider Erwarten, dass das Spiel auch über die japanische Sprachausgabe verfügen wird]. Unterste Schublade Nintendo!!!!

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Indianer durch Cowboys zu ersetzen – Kulturell sehr sensibel und absolut notwendig!

Früher war alles besser

Binnen drei Jahren hat Nintendo eine volle Kehrtwende hingelegt. Verfügten früher alle Spiele über die japanische Sprachausgabe und waren, bis auf höchstens mal ein bis zwei angepasste Kostüme, identisch zur Originalversion, so setzt man heute die Zensurschere an jeder Ecke an, egal ob Sprachausgabe, Handlung, Charaktere oder Kostüme – nichts ist heilig, alles steht zur Disposition.

Am schlimmsten ist, dass Nintendo die eigenen Spiele nicht als Kunst ansieht, die Visionen der Schöpfer egal sind und sich für die eigenen erwachsenen Spieler nicht interessiert. Denn wäre irgendwas davon der Fall, würden wir so eine ausufernde und unverhältnismäßige Selbstzensur nicht erleben.

Ich ziehe meine Konsequenzen daraus und werde den Fehler den ich mit Xenoblade Chronicles X begangen habe – und das immer noch originalverpackt bei mir in der Ecke liegt – nicht wiederholen und diesen Zensurwahnsinn boykottieren. Denn drei Jahre später muss ich leider sagen: Du bist das letzte Nintendo!!!!

the end

Ersteindruck Splatoon

Spontankauf - Splatoon

Spontankauf – Splatoon

Ich bin dem Hype erlegen und habe mir am Freitag spontan Splatoon zugelegt, und das wobei ich eigentlich keinerlei kompetitive Onlinespiele spiele. Das Erlebnis beginnt positiv, Disc rein und nach weniger als einer Minute ist man im Spiel – keine Installation, kein Day-One-Patch. Die Grafik ist durchgehend ansprechend, kreativ und die Performance bis auf die eher unwichtige Lobby butterweich mit 60 fps. Positiv weiter geht es mit dem schnellen finden von Teams zum spielen und kurzen Ladezeiten. Die Zeit zwischen zwei Matches, inklusive Ergebnisanzeige, Spielersuche und Ladezeiten, beträgt fast nie mehr als eine Minute. DIe Matches gehen schnell und mir gefällt besonders dass der Fokus mehr auf dem taktischen Einfärben als dem reinen Gegnertöten liegt. Der SIngleplayermodus der auch vorhanden ist macht ebenfalls Spaß und auch wenn er keine große Story bietet so sind doch nahezu alle circa 30 Level eigens für diesen kreiert worden und bietet sogar eigene Bosskämpfe und Belohnungen für den Multiplayerteil.

Weniger toll sind die relativ häufigen Verbindungsprobleme die dazu führen können dass man nach der Hälfte eines Matches einfach rausfliegt oder man mit drei statt vier Spielern startet und damit das Spiel schon am Anfang gelaufen ist. Auch wirkt das Matchmaking teilweise nicht ideal wenn ein Team mit dem anderen den Boden wischt und das vorher anhand der Spielerlevels- oder waffen bereits abzusehen war. Apropos Waffen, davon gibt es zwar eine ganze Reihe, aber wirklich genutzt werden meist nur drei bis vier in verschiedenen Varianten. Das ist allerdings weitaus weniger tragisch als der Umstand dass es nur ganze fünf Karten gibt und davon sogar immer nur jeweils zwei in der aktuellen Rotation sind. Ich habe dadurch heute die gleiche Map fünf mal hintereinander gespielt. Zwei weitere Kleinigkeiten sind die Steuerung die weder mit noch ohne Gyrosensor im Gamepad so richtig ideal ist und das Springen zu verbündeten Spielern, es kommt einfach so häufig vor dass man direkt beim Landen ohne Chance nieder gestreckt wird weil man so lange vorher deutlich sichtbar für alle angekündigt wird. Drei mal in Folge beim Landen von einem Roller erwischt werden ist schon irgendwie frustig.

Soweit macht Splatoon Spaß. Nur für die Zukunft hoffe ich dass die Verbindungsabbrüche zum Teil durch Patches behoben werden können und bald neue Maps kommen. Denn so toll die vorhandenen sind, fünf Stück sind einfach zu wenig.

Fazit zu The Legend of Zelda: Majora’s Mask 3D

Majora’s Mask ist das gemeinhin als etwas andere Zelda bekannt. Und das nicht zu Unrecht mit seiner für Zelda ungewöhnlich bedrückenden Atmosphäre, vielen Quests, der Zeitmechanik und nur vier Tempeln. Doch darin liegen zugleich die Stärken und Schwächen des Spiels. Da ich mir den Teil auf dem N64 haben entgehen lassen und man anhand von Vergleichsvideos und -screenshots auch gut sehen kann dass Nintendo doch einen bemerkenswerten Aufwand in das Remake gesteckt hat war jetzt genau der richtige Zeitpunkt für mich dazu mich diesem ganz speziellen Zelda zu widmen.

Licht…

Gerade in der ersten Hälfte des Spiel hatte ich viel Spaß mit Majora’s Mask 3D. Die Zeitmechanik wirkte anfangs bedrohlich und abschreckend, nachdem man das erste mal die Zeit zurück gestellt hat legt sich das aber relativ schnell und man fängt an die wundersame Welt zu erkunden, Quests zu erledigen und den ersten Tempel zu erreichen. Gelungen an dieser Stelle auch dass man nicht, wie in anderen Teilen, alles haarklein von seiner Fee vorgekaut bekommt sondern sich selber Gedanken machen muss wie man eine bestimmte Quest zu erledigen hat oder wann und wie man jetzt einen Tempel erreicht. Die Idee mit den unterschiedlichen Masken die Link und seine Umgebung beeinflussen können rundet das ganze gelungen ab und fügt sich, zusammen mit einem richtigen Questlog, zu einem Zelda zusammen, dass in seiner Struktur bis auf die Reihenfolge der Tempel fast schon eine Open World-Charakteristik hat. Und dabei gibt es einige echte Highlights bei den Quests wie dem nachts auf der Farm, das mit einem nach Papier hungerndem Toilettengeist oder aber auch dem Schicksal zweier Liebender.

…und Schatten

Zwei große Probleme haben mir doch viel Freude über den Verlauf des Spiels genommen. Zum einen hatte ich, für ein Spiel was Zeit so in den Mittelpunkt rückt wie Majora’s Mask, häufig das Gefühl dass meine Zeit nicht respektiert wird. Das fängt damit an dass man viele kurze Mini-Zwischensequenzen, z.B. wenn man einen Schalter geschlagen hat und sich ein Gitter vor einer Tür öffnet, nicht unterbrechen lassen. Das stört da man dies aus verschiedenen Gründen immer wieder machen muss. Auch deprimierend dass man die Melodien auf der Okarina wieder und wieder spielen muss und die Melodie danach jedes mal erneut vorgespielt bekommt. Setzt man so z.B. den Drei-Tageszyklus zurück, verlangsamt die Zeit und reist per Schnellreise an einen anderen Ort dauert das gefühlt eine Minute. Zu viel des Guten war dann die Mechanik den vierten Tempel in seinen zweiten Zustand zu bringen wofür jedes mal zahlreiche Melodien gespielt, Mini-Zwischensequenzen angeguckt und Masken gewechselt werden mussten. Wenigstens waren die Transformationssequenzen abbrechbar. Im Gegensatz zu den teilweise kniffligen Minispielen bei denen der Counter erbarmungslos seine zwei Minuten runter tickt, auch wenn nach zehn Sekunden klar ist, dass das Rennen gelaufen ist. Das ist genau so vergeudete Zeit wie das Wiederholen von Teilen der zahlreichen Quests wenn man sie nicht in einem Zyklus beenden kann weil einem das nötige Item oder Maske fehlen.

Das andere was mir weniger geschmeckt hat machte sich erst richtig in der zweiten Hälfte des Spiels bemerkbar. Der gute Tony von jpgames.de hat früher schon mal an der gleichen Stelle aufgehört. Einerseits werden die Quests und Hinweise immer kryptischer, vieles hätte ich ohne nachzugucken gar nicht raus bekommen, andererseits sind die beiden letzten Tempel vom Aufbau her deutlich komplexer. Dies wäre kein großes Problem, wäre da nicht der Zeitdruck der sich dann auf einmal doch enorm bemerkbar macht. Zum einen den Tempel knacken, dann die fünfzehn Feen suchen und finden, den Endgegner bezwingen und dann schnell noch die Fee aufsuchen damit man seine Prämie einstreicht und nicht alles noch mal machen muss. Das ist mehr Stress als dass es Spaß macht.

Bleiben noch die Performance- und Steuerungsprobleme mit Goronen- und Zora-Link, die ein Handicap in den Minispielen und ganz am Ende des Spiels darstellen können, aber zumindest meiner Meinung nach wiegt das hübsche Redesign des Spiels das wieder auf.

Was vom Tage übrig blieb

Majora’s Mask hat mir Spaß gemacht, vor allem in der ersten Hälfte. Die Zeitmechanik, die Quests, die Masken und den Weg zum Tempel zu finden sind anders, neu und kurzweilig. Irgendwann kommt man bei vielen Quests nicht mehr recht weiter, die Tempel inklusive dazugehöriger Feensuche wird im Zeitlimit recht stressig und man ist häufig gefühlt nur noch am Masken wechseln und Okarina spielen, das hat mir weniger gefallen. Insgesamt ein guter Zeldatitel, aber kein überragender.

E3: Sony

Wie im letzten Post geschrieben, an Nintendo vorbeizuziehen war nicht drin, aber meiner Meinung nach haben sie es geschafft wenigstens gleichzuziehen. Nur das ewige Sony E3 Pressekonferenzen-Problem war wieder da: Alles war zu sehr in die Länge gezogen.

Sony:

Es wurde viel gezeigt. Los ging es mit 3D, dann kam Move dran und zwischendurch viel Geplapper über Gott und die Welt und am Ende doch noch einige Trailer und Releasetermine. Und sogar ein paar Überraschungen. Und die Einlage von Kevin Butler war auch klasse.

  • Move: Schön, dass Sony als einzigster der großen Drei versucht mit seinem Motion-Controller sowohl Casual- als auch Coregamer anzusprechen. Sorcerer als „Bridge“-Game zwischen Casual und Core sah wirklich interessant aus.
  • Bekanntes: Killzone 2, Little Big Planet 2 und Infamous 2 alles schon vorher bekannt, jetzt erstmals mit richtigem Livegameplay oder erstmals einem Trailer. Nett. Ach und FFXIV.
  • Neues: Endlich ein Gran Turismo 5 Veröffentlichungsdatum. Außerdem Ankündigung von Twisted Metal. Oh yeah.
  • Überraschung: Gabe Newell auf der Sonybühne was zur ? Kündigt mal eben Portal 2 als erstes Valve-Spiel für die PS3 ever an. Ach ja „beste Konsolenversion“. Aha.
  • „Exklusiv“: Richtig was „exklusives“ gab es von den Third-Partys kaum, dafür aber sonst überall dick PS3-Extras bei Assisns Creed:Bloodlines, Mafia 2, Dead Space 2 und Medal of Honor.
  • Kevin Buttler: Nette Einlage zwischendurch, genau dann als es notwendig, weil totlangweilig war. Hier und da ein paar nette Seitenhiebe ausgeteilt, aber war alles nicht wirklich ernst zu nehmen.
  • Arroganz: Schon bei Nintendo kritisiert, gehört es bei Sony zum Pflichtprogramm. „Definitives/Bestes 3D Erlebnis nur mit der PS3“, etc. Als ob der 3DS nicht erst ca. 2 Stunden vorher vorgestellt wurde.
  • Show: In die Länge gezogen. Hätte man deutlich kürzen können und müssen. So wirkt es trotz viel gutem Inhalt irgendwie langweilig.
  • Ich vermisse etwas: Was ist z.B. aus Rockstars Agent geworden? Oder aus FFvXIII? Und was ist mit The Last Guardian? Alles GamesCom-Material? Wohl kaum…

Was bleibt sind durchschnittlich viele Exklusivtitel, gepaart mit ein paar exklusiven Dreingaben seitens z.B. EA und die ein oder andere Überraschung mit den Ankündigungen von Portal 2 und Twisted Metal. Nur Sony: Nächstes mal kürzer und auch was von den anderen Spielen von denen wir schon wissen  zeigen!

E3: Nintendo

Nachdem gestern noch EA’s Pressekonferenz war (ganz ok, Verhältnis Core zu Casual ca. eins zu eins) und auch die von Ubisoft (unterirdisch) ist gerade eben Nintendos Konferenz zu Ende gegangen und die haben mal so eben ihre geilste Pressekonferenz seit Jahren hingelegt. Auf jeden Fall haben sie Microsoft mehr als deklassiert und ob Sony da noch wenigstens gleichziehen kann, das bezweifel ich mal.

Nintendo:

Das mit dem 3DS wusste man ja schon vorher, also war die Katze ja eigentlich schon aus dem Sack. Könnte man meinen. Aber da zaubert Nintendo mal eben so noch eine 3D-Kamera, Analogstick, bessere Grafik, diverse Sensoren und -mit Abstand am beeindruckensten und wichtigsten- Entwickler ohne Ende aus dem Hut. Meine Güte ich glaub die im Publikum konnten selber nicht ganz glauben was sie da sehen. Ankündigungen (u.a.) für Kingdom Hearts, Final Fantasy, Resident Evil, Metal Gear Solid, Ninja Gaiden, usw. also praktisch alle wichtigen Franchises aller Publisher und das zu einem Konsolenllaunch. Ich kann mich nicht daran erinnern sowas schonmal erlebt zu haben. Und dazu noch ein neues Zelda und das wiederaufleben lassen von zahlreichen alten Spieleserien. Oh yeah.

  • Zelda – Skyward Sword: Ypippieh. Ein neues Zelda. Und noch eines in dem man zudem die direkte Kontrolle über sein Schwert hat. Das kann ja nur gut werden.
  • Bekannte Exklusivtitel: Cooles neues Gameplay zu schon angekündigten Exklusivtiteln wie Golden Sun, Metroid Other M und Epic Mickey.
  • Wiederbelebung alter Klassiker: Neues Kirby, neues Donkey Kong Country und neues Goldeneye. Damit hat niemand gerechnet und damit macht Nintendo uns sehr glücklich.
  • Nintendo 3DS: 16:9 3D-Bildschirm, Touchscreen, Wifi, Bewegungssensoren, Analogstick, bessere Grafik, 3D-Kameras etc. pp. Als einziges das Design ist meiner Meinung nach nicht sonderlich gelungen.
  • 3DS-Support: Siehe Text oben. Alleine 3 Titel von Square Enix und dazu noch von so ziemlich jedem Publisher Titel aus seinen Topserien, darunter Resident Evil, Metal Gear Solid und  Ninja Gaiden.
  • Design: Im ernst. Mit seinen zig unterschiedlich großen Bildschirmen, Bedienelementen, 3 Kameras, etc. sieht der 3DS alles andere als wie aus einem Stück und sonderlich ansehnlich aus. Mehr zusammengewürfelt und wie aus einem Alptraub von Apple.
  • Arroganz: Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob Nintendo das bei solch einem Line-up nötig hatte, aber das darauf bestehen, dass es der Wii verkaufstechnisch viel besser geht als alle sagen und das 3D keinen Sinn auf Flachbildfernseher wegen den ach so teuren Brillen (und danach reden sie selber nur noch von sehr billigen Polfilterbrillen) ergibt mag ihre Sichtweise sein. Aber dass Sie so intensiv auf diesem Punkt beharren und das so in die Länge gezogen haben. Naja.

Bisher die mit Abstand beste E3-Pressekonferenz. Sowohl vom Inhalt als auch der Präsentation an sich. Das einzige was das nocht hätte toppen können wäre entweder eine Wii HD oder total unerwartete „Triple-A Titel XYZ ist ab sofort Nintendo-Exklusiv“ Ankündigung. Und das war beides mehr als unwahrscheinlich. Insofern Hut ab Nintendo.

PS: Beim Korrekturlesen ist mir aufgefallen, dass ich die 3DS Ankündigung (immerhin mit Trailer) von Kid Icarus ganz vergessen habe. Da sieht man’s mal. Soviele Ankündigungen, dass man sich nicht alles merken kann. So muss das sein Microsoft und Sony!

E3 2010

Ich weiß, eigentlich hätte ich mal besser über Evangelion 2.22 You Are (Not) Alone (ziemlich gut) und Tales of Vesperia: The first Strike (unerwartet geil) bloggen sollen/können, aber sei es wie es ist. Nun ist es Zeit für das Videospielereignis des Jahres. In anderen Worten die E3. Und die hat heute mit einem äußerst lauwarmen Auftakt von Microsoft begonnen.

Microsoft:

Nach der letztjährigen, ziemlich guten Pressekonferenz mit vielen Exklusivtiteln, kleinen Überraschungen wie das FFXIII nicht mehr PS3-Exklusiv ist und dem Hinzufügen von Last.fm, Twitter, Facebook, etc. , war die Pressekonferenz dieses Jahr fast durchweg eine Enttäuschung.

  • 3 Exklusivtitel für die Core-Gamer: Fable 3, Gears of War 3 und Halo:Reach. Allerdings gab es zu allen Titeln bereits vor der E3 neben der Ankündigung schon Trailer, etc.
  • Exklusives Spiel von Crytek: Nett, aber nichts außer einem Teaser und einer wahrscheinlich ewig langen Wartezeit, da Crytek wohl erst mal in Ruhe Crysis 2 rausbringen wird.
  • Überarbeites Xbox360 Modell: Positiv sind gleicher Preis und endlich WLAN und größere Festplatte, aber ekelhaftes Hochglanzdesign und keine relevanten neuen Features.
  • Kinect: Wow, was für eine Enttäuschung. Der großteil der Pressekonferenz drehte sich um Kinect und es gab nur Casualgames zu sehen, die allesamt Wii- oder Eyetoye-Kopien waren.
  • Im Westen nichts neues: Ganze 3 (exklusive) Spiele für die Hauptzielgruppe der 360, welche allesamt schon vor der E3 bekannt waren. Einzig ein exklusives Crytek Spiel.
  • Im Westen nichts neues 2: Zudem kranken alle 3 Spiele daran, dass sie bereits der x-te Aufguss in ihrer Reihe sind. Selbst Halo-Fans waren nach der Beta enttäuscht, dass es praktisch nichts neues ist.

Insgesamt eher ernüchternd. Selbst auf 4chan’s videospiel-Board, wo Fanboykriege fester Bestandteil des Umgangs miteinander sind und ein echter Fanboy den Teufel tun würde einzuräumen, dass seine Konsole irgendwie nicht so gut oder besser als die Konkurrenz wäre, waren sich in einer unheimlichen Atmosphäre ziemlich einig, dass es MS bei den Core Gamern ziemlich vermasselt hat. Aber einig waren sich auch alle, dass es wohl bei den Casual-Fans super angekommen sein dürfte.

Daran merkt man wohl, wenn man einer aussterbenden Rasse angehört. Wenn selbst der Konzern, der sich einst die Bedienung der eigenen Zielgruppe groß auf die Stirn geschrieben hat sich davon abwendet und sein Glück bei neuen Konsumenten sucht.