Ersteindruck Senran Kagura Estival Versus

SK EV.jpgNachdem ich die drei Vorgänger gespielt und meinen Spaß damit hatte, war zunächst die Vorfreude auf Estival Versus als ersten PS4 Teil groß, aber jetzt kann ich nach den ersten drei Festivaltagen kaum die Motivation dazu aufbringen weiterzuspielen. Warum? Aus folgenden Gründen:

Zwischensequenzen

In den Sequenzen vor und nach den Kämpfen wird viel belangloses ausgetauscht, was an sich unproblematisch ist, aber wenn man einen gesprochenen Dialog abkürzen möchte gibt es eine kleine Verzögerung die stört wenn man schneller liest als der Text erscheint und gesprochen wird. Außerdem kommt es trotz simpler Grafik bei Kameraschwenks und Zooms zu rucklern. Aber die drei nervigsten Dinge sind die miserable Tonqualität der Charaktere (klingt wie mit 32 Kbit/s komprimiert), die fehlende Lippensynchronität (Charakter hält z.B. kurz inne, aber Mund bewegt sich weiter) und der viel zu stark animierte Blendeffekt wenn ein Charakter Kleidungsstücke verloren hat (Spiele jetzt absichtlich so, dass wenig Kleidung verloren geht – und das in einem Senran Kagura Spiel. Oh die Ironie).

Kämpfe

In den Vorgängern wesentlich besser gelöst. Zum einen gibt es jetzt weit über 20 Charaktere und ich habe alle bis jetzt höchstens einmal gespielt. Das bedeutet aber auch, dass sie alle unheimlich schwach sind, keine lange Komboketten besitzen und die Kämpfe eintönig und einseitig werden lässt. Außerdem sucht und zerstört man jetzt kleine Schreine, aber die Zeit für das Suchen fließt wieder negativ in die Bewertung ein. Wenn man denn bis zur Bewertung kommt, denn bei den langsameren und schwerfälligeren Charakteren komme ich selbst auf Leicht nur mit Ach und Krach zum Ende – schlechte Bewertung inklusive. Auf Mittel brauch ich es gar nicht erst versuchen obwohl ich alle Vorgänger auf dem Schwierigkeitsgrad durchgespielt habe. Dass die Charaktere zum Teil sehr unausgeglichen sind ist da nur ein weiterer Punkt.

Ich hoffe echt, dass zumindest bei den Kämpfen irgendwann der Funke doch noch überspringt, denn sonst war das leider mein letztes Senran Kagura. Ein Gedanke mit dem ich vor einer Woche noch nicht mal gerechnet habe.

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Warum mich die Ankündigung von Senran Kagura 2 enttäuscht

Marvelous Europe hat gerade die Veröffentlichung von Senran Kagura 2 für Europa angekündigt. Eigentlich ein Grund zur Freude da sie erstmalig und im Gegensatz zu vorherigen Veröffentlichungen auch Retailfassungen verkaufen werden. Positiv auch dass es gleich zwei bzw. drei verschiedene Sondereditionen geben wird, aber da haben wir auch gleich den ersten Kritikpunkt: Keiner liegt ein Artbook bei und dass wo es in Japan zu quasi jedem Teil eines dazu gab.

Viel störender ist aber der Umstand dass es das Spiel nur per Marvelous Europe eigener pre-order Seite geben wird. So zahlt man mindestens 46,26€ für das blanke Spiel ohne Extras und dann kommen noch einmal 18,34€ an Versand oben drauf, also insgesamt 64,60€ für ein neues 3DS Spiel das von innerhalb der EU geliefert wird. Zum Vergleich: Für diesen Preis habe ich Zelda Majora’s Mask und Final Fantasy Curtain Call zusammen bekommen. Neu. In der Erscheinungswoche.

Zuletzt wäre noch die Frage ob Senran Kagura im Gegensatz zu den vorherigen Teilen unzensiert in Europa erscheint. Die Antwort darauf aus den FAQ’s:

What is your policy on censorship?
In short, our intention is to release a version of SENRAN KAGURA 2: Deep Crimson that is identical to the version released by our friends over at XSEED (Marvelous USA).

Also entweder weiß man es nicht oder das soll ganz stumpf „Wir zensieren auch nicht mehr als Xseed“ heißen.

Hätte man das Spiel nicht ganz normal im regulären Handel verkaufen können, so wie den ersten Teil? So führt das nur wieder zu viel Frust. Ach ja, falls ihr trotzdem bestellen wollt, das geht natürlich allem Anschein nach nur mit Kreditkarte…

Ersteindruck Senran Kagura Shinovi Versus

Nach Senran Kagura Burst für den 3DS habe ich mich nun an Shinovi Versus für die Vita gemacht und bisher die Geschichte der Gessen-Mädels inklusive Nebenstorys durchgespielt. Größtes Upgrade im Vergleich zum 3DS-Vorgänger ist wohl die hübschere Grafik, die zusammen mit dem teils fetzigeren Soundtrack die Präsentation ordentlich aufwertet. Leider bringt die aufwendigere Präsentation die Vita auch häufiger zum straucheln und die Framerate leidet deutlich. Da freue ich mich darauf, dass der nächste Teil für Sonyplatformen, Estival Versus, auch für die PS4 erscheint.

Die Anzahl der Charaktere wurde im Vergleich zu Burst mal eben auf über zwanzig verdoppelt und die meisten sind, nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen Moves und Special, eine Bereicherung. Dafür ist die Handlung nach wie vor bestenfalls auf Fanficniveau. Wenn die ganze Zeit immer nur die Rede von „bösen“ und „guten“ Shinobi ist, aber nie konkrete Beispiele aufgeführt werden was sie so treiben, dann gibt es wie auch die Gessenmädels am Ende ihrer Story erkennen, praktisch keinen Unterschied zwischen Gut und Böse. Dazu kommt dass die Übersetzung von Xseed stellenweise etwas frei ist, was aber bei der angesprochenen Qualität der Story nicht weiter tragisch ist. Größte Verbesserung an dieser Stelle im Vergleich zu Burst: Die Visual-Novel Sequenzen fallen deutlich kürzer aus.

Aber seien wir ehrlich, für die Story zockt die Spiele niemand. Doch gerade bei den Kämpfen, bei denen die Mädels häufig ihre Kleidung verlieren, ist das Erlebnis durchwachsen. Einerseits ist die dritte Dimension eine Bereicherung, andererseits gleichzeitig das größte Problem, da der Gegnerlock-on nur leidlich funktioniert und man häufig desorientiert ist. Und häufig verdrischt man gegnerische Bosse entweder geradezu oder hat seine liebe Not zurecht zu kommen, einfach aufgrund der Kombination der unterschiedlichen Kampfstile, und während dies die Kämpfe interessanter macht kann es auch frustrierend sein. Letzter Punkt: Während man in Burst immer wieder durch die immergleichen Gegenden lief, sind in Shinovi Versus die einzelnen Missionen deutlich kürzer. Fast schon zu kurz, bis auf den obligatorischen Bosskampf kämpft man höchstens für Augenblicke gegen normale Gegner.

Alles in allem halte ich Shinovi Versus für eine Verbesserung, aber gerade die Probleme den richtigen Gegner aufgrund der Kamera zu erwischen und die arg kurze Missionslänge halten das Spiel schon zurück. Dazu kommt das arg triviale Kampfsystem mit dem ich aber weniger ein Problem habe.